Konjunkturelle Entwicklung in der Kernregion Ostschweiz
Neuer Indikator zeigt leicht verbesserte Beschäftigungsdynamik
Das Konjunkturboard Ostschweiz führt mit dem Ostschweizer Beschäftigungsindikator eine neue Kennzahl für den regionalen Arbeitsmarkt ein.

2. September 2026
Das Konjunkturboard Ostschweiz führt mit dem Ostschweizer Beschäftigungsindikator eine neue Kennzahl für den regionalen Arbeitsmarkt ein. Der Indikator bündelt die Einschätzungen der Unternehmen zu ihrem aktuellen Personalbestand und ihren Beschäftigungsplänen für die kommenden drei Monate. Damit liefert er frühzeitig Hinweise auf mögliche Veränderungen der Beschäftigungsdynamik, noch bevor diese in den Arbeitsmarktstatistiken sichtbar werden.
Im dritten Quartal 2026 liegt der Ostschweizer Beschäftigungsindikator bei 98.1 Punkten – zum dritten Mal in Folge höher als im Vorquartal. Die Beschäftigungsdynamik hat sich damit seit Ende 2025 merklich verbessert, bleibt aber knapp unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Die jüngste Verbesserung geht überwiegend auf die Beurteilungen des aktuellen Personalbestands zurück. Während viele Unternehmen aktuell ihren Personalbestand als passender beurteilen, bleiben sie bei Neueinstellungen eher zurückhaltend. Insgesamt spricht der Indikator eher für eine Normalisierung der Beschäftigungsdynamik, nicht für einen breit abgestützten Beschäftigungsaufschwung.
Zwischen den Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede. Überdurchschnittliche Beschäftigungssignale kommen derzeit aus dem Grosshandel, dem Baugewerbe, dem Gastgewerbe und der Industrie. Unterdurchschnittlich zeigt sich der Indikator im Detailhandel, in der Finanz- und Versicherungsbranche sowie in den weiteren Dienstleistungsbranchen.
Begleitpublikation zum Beschäftigungsindikator
Das neue IHK-Zoom «Besser einschätzen, wohin der regionale Arbeitsmarkt dreht» zeigt, wie der Indikator methodisch aufgebaut ist, wie gut er frühere Bewegungen am Arbeitsmarkt abbildet und welche Branchen die aktuelle Entwicklung prägen. Die Publikation enthält zudem die vollständigen aktuellen Branchenwerte sowie eine Einordnung gegenüber anderen Arbeitsmarktindikatoren.
Konjunkturboard Ostschweiz
Das Konjunkturboard Ostschweiz beurteilt quartalsweise die konjunkturelle Entwicklung der Ostschweizer Wirtschaft. Basis dafür bilden die regelmässigen Konjunkturumfragen in Zusammenarbeit mit dem KOF Institut der ETH Zürich.
Das Konjunkturboard setzt sich wie folgt zusammen: vonseiten der IHK St.Gallen-Appenzell aus Jan Riss, Chefökonom, sowie Albert Flak, Research Analyst, und vonseiten der St.Galler Kantonalbank aus Céline Keller, Konjunkturexpertin, sowie Roman Elbel, Konjunkturexperte. Die Ökonomin und die drei Ökonomen kommentieren quartalsweise die Konjunkturlage in der Ostschweiz und bringen diese in den nationalen und globalen Kontext. Ergänzt wird das Gremium um Jérôme Müggler, Direktor IHK Thurgau, Daniel Müller, Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen, Daniel Lehmann, Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Appenzell Ausserrhoden, sowie Thomas Reinhard, Leiter Organisationsentwicklung und Wirtschaftspolitik Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Thurgau. Diese breite Kombination bündelt verschiedene Kompetenzen und ermöglicht eine ganzheitliche sowie konsistente Einschätzung zur konjunkturellen Entwicklung in der Region.